Der Regenwurm

Der Regenwurm / Wunderwaffe für deinen Garten

Eine Wunderwaffe für deinen Garten 🏡

Kinder haben meist keine Scheu vor ihm, viele Erwachsene ekeln sich aber – dabei ist der Regenwurm doch der beste Freund des Gärtners. Der Wurm lockert den Boden auf und reichert ihn mit feinstem Dünger an. Wem es gelingt, Regenwürmern ideale Lebensbedingungen zu bieten, bekommt daher Dünger frei Haus.

„Wenn der Laie vom Regenwurm spricht, meint er meist den Aal- oder Tauwurm“, sagt Helmut Schimmel, Diplom-Gärtner und Buchautor aus Gera. Dieser Bodenbewohner vom Stamm der Ringelwürmer ist ein Tunnelbauer.

Warum werden Tauwürmer Regenwürmer genannt?

Der Begriff Regenwurm, wissenschaftlich auch Lumbricus genannt, ergibt sich laut Experten durch das Verhalten der Tiere: Wenn es stark regnet, sind die Würmer an der Erdoberfläche sichtbar.

„Es ist allerdings nicht richtig, dass er dann herauskommt, weil er sonst in dem durchnässten Boden ertrinken würde“, erläutert der Zoologe Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Regenwürmer haben keine Atmungsorgane, sondern nehmen Sauerstoff über die Haut auf und können ihn aus dem Wasser lösen. Warum die Würmer bei Regen aus der Erde kriechen, ist nicht völlig geklärt.

Regenwurm verbessert die Erde im Garten

Was allerdings feststeht: Der Regenwurm ist eine Wunderwaffe für Gärtner. Durch seine Aktivität durchmischt, belüftet und stabilisiert das Tier den Boden. „Damit wirkt er der Bodenerosion entgegen“, erklärt Schimmel. Zusätzlich verbessern die Tiere die Erde mit ihren Ausscheidungen. „Sie sind für das Bodenleben wichtig, weil sie an allem knabbern, was abgestorben auf dem Boden liegt“, ergänzt Heiermann. 

Der Kot des Tiers wird auch als Ton-Humus-Komplex bezeichnet, bekannt als wertvoller Pflanzennährstoff. Er fördert die Fruchtbarkeit der Böden.

Was essen Regenwürmer?

Aber Regenwürmer fressen nicht nur totes Material, sondern ziehen zum Beispiel Blätter in ihre Gänge hinein, wodurch das Pflanzenmaterial direkt tief in den Boden gelangt und mit der Zersetzung übergeht. „Manchmal sieht man, dass Laubblätter tief im Boden stecken“, sagt Heiermann.

Die Bodenbewohner haben eine ungewöhnliche Methode, sich fortzubewegen, erläutert der Zoologe Heiermann: „Regenwürmer fressen sich quasi durch den Boden.“ Da der Erdwurm über keine Zähne verfügt, ernährt er sich von einem feinen, matschigen Brei aus organischem Material, das gerade verwest und bereits von Mikroorganismen vorverdaut wird, erläutert der Fachbuchautor Schimmel. „Dabei verdaut er auch Bakterien, Pilze und Mineralien“, ergänzt Heiermann. Im Darm des Regenwurms kommt es zur Durchmischung von organischem und mineralischem Material. 

Regenwurm-Kot ist ein hervorragender Dünger

Der ton- und humusreiche Kot wird von dem Wurm selbst bis in tiefe, mineralische Bodenschichten abgesetzt, aber auch als kleine Häufchen auf dem Rasen. Letzteres ärgert Hobbygärtner schon mal, da sie Angst haben, der Rasen sähe nicht mehr schön aus. „Eigentlich ist das aber ein gutes Zeichen“, erklärt der Nabu-Experte Heiermann. Denn der Kot des Regenwurms ist ein hervorragender natürlicher Dünger.

Aufpassen müssen Hobbygärtner daher, wenn sie selbst in die Zusammensetzung der Böden eingreifen: „Mineralische Dünger mag der Regenwurm nicht“, erklärt Heiermann. Wenn man ihn verwendet, macht sich der Regenwurm rar, und in der Folge geht das restliche Bodenleben ebenfalls zurück.

Wie unterscheiden sich der Kompostwurm und der Regenwurm?

Neben den Regenwürmern gibt es den Kompostwurm, auch als Mist- oder Humuswurm bezeichnet (Eisenia foedita). Typisch ist für ihn eine rötliche Farbe. „Es handelt sich hierbei um eine Art domestizierten Wurm, der vom Menschen gezielt zur Kompostierung eingesetzt wird“, sagt Buchautor Schimmel. Der Wurm baut keine Tunnel, sondern erzeugt feine, krümelige Erde. „Dieser Wurmhumus ist die fruchtbarste Komposterde, die ich kenne.“

Die Kompostierung mit diesen Würmern bringt vor allem einen Vorteil: Die Umsetzung kommt bereits bei niedriger Temperatur des Substrats in Gang, was Fäulnisprozesse unterdrückt. „Dadurch werden die Energieverluste gegenüber der herkömmlichen Kompostierung reduziert“, erklärt Schimmel.

Der Kompostwurm mag Kaffeesatz und Stallmist

Der Gärtner kann mit Hilfe von Mulch und Gründünger sowie dem Anbau von Zwischenfrüchten im Winter und dem Einhalten von Fruchtfolgen auf dem Beet dafür sorgen, dass „die kleinen Heinzelmännchen, also Mikroorganismen und Erdwürmer, genügend Nahrung bekommen“, erläutert der Gartenexperte Schimmel. Er empfiehlt, den Kompostwurm mit seinen Lieblingsspeisen anzulocken: Kaffeesatz, Zwiebelabfällen und Stallmist. „Daher kommt auch der Name Mistwurm“, fügt Schimmel hinzu.

Regenwürmer selbst züchten

Wer der Verwurmung im Garten etwas nachhelfen möchte, kann für den Boden auch Würmer nachkaufen. Preise variieren auch je nach Gewicht. So sind 250 Gramm Regenwürmer Mischung im Onlinehandel zu haben. Es gibt auch größere Mengen mit bis zu drei Kilogramm Würmern. Häufig werden Regenwürmer für den Garten auch in Kokons angeboten. In ihnen befinden sich teilweise bis zu sieben Tiere, die nach drei bis vier Monaten schlüpfen. 

Info
Anstatt sich Regenwürmer für die Zucht aus dem Internet zu bestellen, können Sie auch welche aus Ihrem Garten aufsammeln. Stechen Sie hierzu mit einer Mistgabel in einem Winkel von 45 Grad in die Erde. Bewegen Sie das Gartengerät nun leicht auf und ab. So wird ein Erdbeben simuliert, dass die Würmer an die Erdoberfläche lockt.

Alternativ können Sie Regenwürmer auch selbst züchten. Für den Garten eignen sich Dendrobena am besten. Sie sind widerstandsfähig und sehr aktiv. Für die Zucht benötigen Sie eine Kiste aus Holz oder Kunststoff mit Deckel, Erde, Kaffeesatz, unbehandelte Pappe und mehrere Regenwurmkokons. 

  1. Versehen Sie die Kiste mit kleinen Luftlöchern. Achten Sie jedoch darauf, dass die Löcher so klein sind, dass junge Regenwürmer nicht hierdurch aus der Kiste fliehen können.
  2. Füllen Sie die Kiste mit unbehandelter Erde, Kaffeepulver, unbehandelten Papierresten. 
  3. Setzen Sie nun die Kokons in die Erde und verschließen Sie die Kiste. 
  4. Stellen Sie die Kiste an einen – mindestens 25 Grad – warmen und dunklen Ort und achten Sie darauf, dass das Substrat ausreichend feucht ist. Schimmeln darf es jedoch nicht.

Sind die Regenwürmer geschlüpft, müssen sie mit Nahrung versorgt werden. Hierfür reichen Kaffeesatz, zerkleinerte Obst- und Gemüsereste sowie unbehandelter Pappkarton aus. Fleisch- und Fischreste sowie Zitrusfrüchte sollten Sie nicht verfüttern.

Da Regenwürmer erst nach etwa ein bis zwei Jahren geschlechtsreif sind, brauchen Sie für die Regenwurmzucht Geduld. Allerdings können die Helfer im Garten unter geschützten Bedingungen bis zu acht Jahren alt werden – somit sind Sie stets gut mit Regenwürmern für Ihren Garten versorgt.

Tipp
Achten Sie darauf, stets den Regenwurmkot aus der Kiste zu entfernen, andernfalls würde die Kiste überquellen. Dieser Humus ist ideal sowohl für Ihre Garten- als auch für Ihre Zimmerpflanzen.

Wie vermehren sich Regenwürmer?

Allgemein ist die Vermehrung der Regenwürmer einfach, da es sich um Zwitter handelt. Die Geschlechtsteile – sowohl die männlichen als auch die weiblichen – befinden sich an dem verdickten Segment. Paaren sich zwei Würmer, tauschen sie gegenseitig Spermien aus. Nach der Befruchtung erfolgt die Eiablage in kleinen Kokons, aus denen die Larven schlüpfen. Während Kompostwürmer pro Jahr zwischen 20 und 30 Kokons mit jeweils bis zu elf Eiern produzieren, sind es beim Tauwurm nur fünf bis zehn mit je einem Ei. 

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Quellenangabe: Autor

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