Der Kompost

Diese Fehler sollten Sie bei Ihrem Kompost vermeiden

Praktisch! Auf einem Misthaufen landen Küchenabfälle und Eierschalen genauso wie Laub und was sonst noch bei der Gartenarbeit anfällt. Zusätzlich liefert ein Kompost fruchtbare Erde, völlig kostenlos. Doch beim Kompostieren kann auch vieles schief gehen. Erfahren Sie, welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Nicht alles darf auf den Kompost

Auf einem Misthaufen werden organische Abfälle durch Regenwürmer, Bakterien und Pilze ab- und zu sogenanntem Humus umgebaut. Der Misthaufen ist also nicht bloß ein Müllhaufen, sondern eine Möglichkeit, Rohstoffe auf natürliche Weise aufzubereiten. Deshalb gehören auch nur organische Reste und Abfälle auf den Haufen. Steine, Asche oder etwa der Inhalt des Staubsaugerbeutels haben nichts auf dem Kompost zu suchen, diese Stoffe können nicht verarbeitet werden.

Zeigen sich Welkerkrankungen oder Fäule im Wurzel- oder Stängelbereich, gehören diese Pflanzenteile nicht auf dem Misthaufen entsorgen. Denn häufig bilden die Erreger dieser Erkrankungen widerstandsfähige Dauersporen aus. Diese können sich beim Ausbringen des Kompostes weiterverbreiten. Auch samentragende Unkräuter und Wurzelunkräuter, wie Quecke und Giersch, gehören demnach nicht auf den Misthaufen.

Bei den meisten Pflanzenabfällen ist die Kompostierung hingegen unbedenklich. So entstehen etwa keine Probleme bei Pflanzen, die von Mehltau, Blattfleckenkrankheiten oder von Blattläusen befallen sind.

Der richtige Standort: Nie zu feucht

Suchen Sie sich für Ihren Misthaufen, einen windgeschützten, halbschattigen Platz im Garten. Der der Untergrund sollte ebenerdig und gerade sein. In keinem Fall sollte der Misthaufen in einer Vertiefung liegen, in der sich Regenwasser sammeln kann. Die Staunässe verhindert, dass die Luft zirkuliert, der Misthaufen beginnt zu schimmeln und arbeitet nicht mehr richtig. Achten Sie außerdem bei der Standortwahl darauf, dass der Misthaufen leicht zu erreichen ist und um ihn herum genug Platz zum Arbeiten bleibt.

15 Tipps rund um den Misthaufen

1. Den Kompostplatz anlegen

Wenn Sie einen neuen Misthaufen anlegen wollen, sollten Sie den Platz mit Bedacht auswählen. Am besten stehen sie unter einem größeren Baum, denn im kühlen, feuchten Gehölzschatten trocknen die Abfälle nicht so leicht aus wie in der prallen Sonne. Die Belüftung ist vor allem eine Frage des richtigen Behälters: Die meisten Modelle besitzen in den Seitenwänden breite Luftschlitze, über die das bei der Rotte entstehende Kohlendioxid entweichen und frischer Sauerstoff eindringen kann. Stellen Sie den Komposter nicht auf eine Pflasterfläche – auch wenn das die vermeintlich „sauberste“ Lösung zu sein scheint. Bodenkontakt ist wichtig, damit überschüssige Feuchtigkeit versickern und Regenwürmer sowie andere „Kompostierungshelfer“ eindringen können.

2. Drei Behälter für eine optimale Zusammensetzung

Profis schwören auf das Drei-Kammern-Prinzip: In der ersten werden die Abfälle gesammelt, in der zweiten findet die erste Rottephase statt und im dritten Behälter zersetzen sie sich vollständig. Sobald der fertige Kompost verbraucht ist, wird der Inhalt des zweiten Behälters in den dritten umgesetzt. Mit den Abfällen aus der ersten Kammer setzt man anschließend in der zweiten einen neuen Haufen auf. Im Handel angebotene Komposter aus Holz oder verzinktem Metall haben meist ein Fassungsvermögen von einem Kubikmeter. Größer sollten auch selbst gebaute Behälter nicht sein, damit die Belüftung im Inneren des Haufens gewährleistet ist.

3. Hauptsache bunt gemischt!

Schnittgut, Erntereste, Herbstlaub, ungekochte pflanzliche Küchenabfälle: Die Zutatenliste ist lang – und je vielseitiger die Mischung, desto harmonischer verläuft die Verrottung. Gartenabfälle sind hinsichtlich ihrer Struktur und Inhaltsstoffe unterschiedlich: Strauchschnitt zum Beispiel ist locker, trocken und stickstoffarm, Rasenschnitt hingegen sehr dicht, feucht und stickstoffreich. Damit alles gleichmäßig verrottet, gilt es, Abfälle mit gegensätzlichen Eigenschaften abwechselnd in dünnen Lagen einzuschichten oder gleich miteinander zu mischen: Feuchtes mit Trockenem, Dichtes mit Lockerem und Stickstoffarmes mit Stickstoffreichem.

Das ist in der Praxis nicht leicht umzusetzen, da passende Abfälle selten zur gleichen Zeit im Garten anfallen. Eine Möglichkeit ist, gehäckselten Strauchschnitt neben dem Misthaufen zu lagern und dann nach und nach unter den anfallenden Rasenschnitt zu mischen. Aber darf alles auf den Misthaufen, was im Garten an Abfällen anfällt? Samen bildende Unkräuter kann man ebenfalls kompostieren – vorausgesetzt, man jätet sie vor der Blüte! Ausläufer bildende Arten wie Quecke oder Kriechenden Hahnenfuß nach dem Ausreißen auf dem Beet vertrocknen lassen oder noch besser zusammen mit Brennnesseln oder Beinwell zu Pflanzenjauche verarbeiten.

4. Strauchschnitt vorher häckseln

Äste und Zweige verrotten am schnellsten, wenn man sie vor dem Kompostieren mit einem Gartenhäcksler zerkleinert. Die wenigsten Hobbygärtner wissen jedoch, dass auch die Bauart des Häckslers darüber entscheidet, wie schnell sich das Holz zersetzt. Sogenannte Leisehäcksler wie zum Beispiel der Viking GE 135 L besitzen eine langsam rotierende Schneidwalze. Sie presst die Äste gegen eine Druckplatte, quetscht kleine Stücke ab und bricht im Gegensatz zum klassischen Messerhäcksler dabei auch die Fasern auf. Die Mikroorganismen im Misthaufen können deshalb besonders tief in das Holz eindringen und zersetzen es in kurzer Zeit.

5. Auch die Mikroorganismen brauchen Nährstoffe

Laub, Holz und Staudenreste bestehen zu einem Großteil aus Kohlenstoff (C) und enthalten kaum Stickstoff (N) – der Fachmann spricht hier von einem „weiten C-N-Verhältnis“. Stickstoff brauchen aber fast alle Bakterien und Einzeller, um sich vermehren zu können. Die Folge: Solche Abfälle werden im Misthaufen nur langsam zersetzt. Wer die Rotte beschleunigen möchte, muss die Aktivität der Mikroorganismen mit einem Kompostbeschleuniger fördern. Er wird einfach auf die Abfälle gestreut und enthält neben GuanoHornmehl und anderen organischen Düngern je nach Hersteller oft auch Algenkalk und Gesteinsmehl.

6. Zitrusschalen kompostieren

Unbehandelte Schalen von Zitronen, Orangen, Mandarinen oder Bananen können bedenkenlos kompostiert werden, verrotten wegen der enthaltenen natürlichen ätherischen Öle aber langsamer als Apfel- oder Birnenschalen. Mit chemischen Pilzbekämpfungsmitteln (Diphenyl, Orthophenylphenol und Thiabendazol) behandeltes Obst kann die Tätigkeit der Kompostlebewesen stören, insbesondere der Rote Kompostwurm ergreift die Flucht. In kleinerer Menge sind sie aber kaum bedenklich und hinterlassen auch keine nachweisbaren Rückstände.

7. Wildkräuter harmonisieren den Rotteverlauf

Im biologisch-dynamischen Anbau werden dem frisch aufgesetzten Material speziell zubereitete Auszüge aus Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian zugesetzt. Schon in geringer Menge harmonisieren die Kräuter den Rotteverlauf und fördern indirekt auch den Humusaufbau im Boden sowie Wachstum und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Früher wurde oft Kalkstickstoff als Zugabe empfohlen, um keimende Unkrautsamen oder Krankheitserreger zu dezimieren und den Stickstoffgehalt zu erhöhen. Biogärtner verzichten auf den für Kleinlebewesen schädlichen Zuschlag und verstärken den Düngeeffekt durch zugefügten Rindermist oder feuchten den Misthaufen mit Brennnesseljauche an.

8. Bentonit für eine bessere Bodenstruktur

Bentonit ist ein Gemisch aus verschiedenen Tonmineralen. Man bringt es auf leichten Sandböden aus, um deren Speicherfähigkeit für Wasser und Nährsalze wie Calcium und Magnesium zu erhöhen. Noch wirkungsvoller ist Bentonit, wenn Sie es regelmäßig auf den Misthaufen streuen. Die Tonminerale verbinden sich mit den Humusteilchen zu sogenannten Ton-Humus-Komplexen. Diese geben dem Boden eine günstige Krümelstruktur, verbessern seine Wasserhaltekraft und wirken der Auswaschung bestimmter Nährsalze entgegen. Kurzum: Sandböden werden mit diesem „Spezial-Kompost“ deutlich fruchtbarer als mit herkömmlichem Humus.

9. Fleißige Mitarbeiter: Pilze, Kleintiere & Co.

Wussten Sie, dass eine Handvoll Kompost mehr Lebewesen enthält, als Menschen auf der Erde leben? In der Start- und Umbauphase heizt sich der Haufen auf Temperaturen von 35 bis 70 °C auf. Dabei sind vor allem Pilze und Bakterien in Aktion. Asseln, Milben, Laufkäfer, Rote Kompostwürmer und andere Kleintiere wandern erst in der Aufbauphase zu, wenn sich der Haufen abgekühlt hat (8. bis 12. Woche). Im reifenden Misthaufen entdeckt man Maikäfer-Engerlinge und nützliche Rosenkäfer-Engerlinge (erkennbar am dicken Hinterleib), außerdem keimen auf dem Haufen oder an den Rändern Wildkräuter, zum Beispiel Vogelmiere. Regenwürmer wandern erst in der letzten Reifephase zu, wenn der Misthaufen allmählich vererdet.

10. Eine Abdeckung gegen Wind und Wetter

Das Abdecken offener Kompostbehälter muss sein, denn so verhindert man, dass der Haufen an der Oberfläche austrocknet, im Winter zu stark auskühlt oder durch Regen und Schnee vernässt. Geeignet sind Stroh- oder Schilfmatten sowie dickes, atmungsaktives Kompostschutzvlies, in das Sie den Misthaufen bei anhaltendem Frost auch komplett einpacken können. Mit Folie sollten Sie den Misthaufen immer nur kurzzeitig abdecken, zum Beispiel bei besonders starken Regenfällen, damit nicht zu viele Nährstoffe ausgewaschen werden. Der große Nachteil: Folien sind luftdicht. Die Abfälle darunter werden nicht mit Sauerstoff versorgt und beginnen zu faulen. Außerdem sollten Sie den Misthaufen nicht komplett trocken halten, denn die Mikroorganismen fühlen sich in feucht-warmer Umgebung am wohlsten.

11. So erkennt man reifen Kompost

Je nach Jahreszeit dauert es sechs bis zwölf Monate, bis sich grobe Pflanzenreste in dunkle Humuserde verwandelt haben. Reifkompost duftet angenehm nach Walderde. Außer Eierschalen und ein paar Holzstückchen dürfen keine groben Bestandteile mehr zu erkennen sein. Durch mehrmaliges Umsetzen und Durchmischen kann man den Vorgang beschleunigen. Dabei lässt sich der Rotteverlauf leicht korrigieren. Ist das Material zu trocken, mischt man frischen Grünschnitt unter oder feuchtet jede neu aufgesetzte Schicht mit der Gießkanne an. Fault der Haufen und riecht modrig, sorgen stängeliger Staudenschnitt, Laub oder Zweighäcksel dafür, dass vernässtes Material aufgelockert und durchlüftet wird. Mit einem einfachen Kressetest lässt sich das Stadium des Misthaufens überprüfen.

12. Vor der Aussaat Kompost sieben

Wenn Sie im Frühling Ihre Gemüsebeete oder Ihr Frühbeet für die Aussaat vorbereiten, sollten Sie den benötigten Kompost vorher sieben – so fällt es später leichter, gleichmäßige Aussaatrillen zu ziehen. Zum Sieben verwendet man am besten ein selbst gebautes Durchwurfsieb mit nicht zu enger Maschenweite (mindestens 15 Millimeter) und wirft den Misthaufen mit einer Grabegabel hindurch. Die groben Bestandteile rutschen an der schrägen Fläche ab und werden später beim Aufsetzen eines neuen Misthaufen wieder mit untergemischt.

13. Kompost ausbringen – wann und wie viel?

Der beste Zeitpunkt zum Ausbringen des fertigen Komposts ist bei der Beetvorbereitung im Frühjahr. Außerdem können Sie ihn während der Wachstumszeit rund um alle Gartenpflanzen verteilen und oberflächlich einharken. Nährstoffhungrige Gemüse (Starkzehrer) wie Kohl, Tomaten, Zucchini, Sellerie und Kartoffeln erhalten jährlich vier bis sechs Liter pro Quadratmeter Beetfläche. Mittelzehrer wie Kohlrabi, Zwiebel und Spinat benötigen zwei bis drei Liter. Diese Menge reicht auch für Obstgehölze und das Blumen- oder Staudenbeet. Schwachzehrer wie Erbsen, Bohnen und Kräuter, ebenso der Rasen, benötigen lediglich ein bis zwei Liter. Lehmige Böden brauchen in der Regel etwas weniger Humus als sandige. Im Gemüsegarten bringt man ihn im Frühjahr nach der Bodenlockerung aus und harkt ihn flach ein. Dauerkulturen wie Obstbäume und Beerensträucher kann man auch schon im Herbst mit Kompost mulchen.

14. Wohin mit den kranken Pflanzen?

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Pflanzen, deren Blätter von Pilzkrankheiten wie Mehltau, Sternrußtau oder Braunfäule befallen sind, durchaus kompostiert werden können. Versuche mit Kompost auszügen lassen sogar vermuten, dass sich beim Kompostieren des befallenen Materials Antibiotika bilden, die positiv auf Pflanzen wirken. Voraussetzung: ein guter Rotteverlauf mit Anfangstemperaturen über 50 Grad Celsius. Im Boden überdauernde Erreger von Wurzelkrankheiten wie Kohlhernie überleben auch im Kompost, befallene Pflanzen besser anderweitig entsorgen!

15. Flüssigdünger aus Kompost herstellen

Kompostwasser ist ein rasch wirkender, natürlicher und preiswerter Flüssigdünger. Dafür eine Schaufel Kompost in einen Eimer Wasser geben, kräftig durchrühren und nach dem Absetzen unverdünnt mit der Gießkanne ausbringen. Für pflanzenstärkenden Komposttee die Brühe zwei Wochen stehen lassen, dabei täglich gründlich umrühren. Den Auszug anschließend durch ein Tuch filtrieren, verdünnen (1 Teil Tee auf 10 Teile Wasser) und über die Pflanzen sprühen.

Guter Kompost durch Abwechslung

Um guten Misthaufen zu bekommen, sollten Sie nicht aus Gewohnheit die gleichen Abfälle immer an der gleichen Stelle des Haufens entsorgen. Nur wenn Abwechslung auf dem Misthaufen herrscht, können sich die Reste optimal zersetzen. Mischen Sie also Grobes mit Feinem und nasse Abfälle mit trockenen. Manche Dinge brauchen länger bis sie umgesetzt sind, zum Beispiel Eierschalen und ganze Unkrautpflanzen. Werfen Sie sie in die Mitte des Komposts, dort ist es warm und die Umsetzungsgeschwindigkeit am höchstens.

Herbstlaub kompostieren

Das von den Bäumen im Herbst abgeworfenen Laub ist meistens nährstoffarm. Mischen Sie deshalb das Laub mit stickstoffreichen Gartenabfällen, zum Beispiel Rasenschnitt oder Gemüseresten. Am einfachsten ist es, das Laub im Herbst mit dem Rasenmäher vom Rasen aufzunehmen. Das Laub wird zerkleinert und mit dem Rasenschnitt gemischt, so kann es gut verrotten. Blätter von Obstbäumen, Hainbuche oder Ahorn lassen sich gut kompostieren. Laub von Birke, Eiche und Walnuss enthält viel Gerbsäure, die das Verrotten verlangsamen. Geben Sie das Laub dieser Bäume deshalb nur in kleinen Mengen auf den Misthaufen.

Selber bauen oder fertig kaufen?

Wer selbst Hand anlegen will, baut sich einen Lattenkomposter mit Holz aus dem Baumarkt. Ein Quadratmeter Grundfläche ist für einen größeren Garten eine ideale Grundfläche. Wer weniger Platz hat und schnelle Ergebnis sehen will, kann einen Schnellkomposter kaufen. Diese Komposte arbeiten jedoch am besten, wenn man sie auf einen Schlag komplett füllt.

In beiden Kompostern beginnt die Umsetzung schon nach etwa drei Tagen. Aus dem Schnellkomposter können Sie den Humus bereits nach etwa zehn Wochen entnehmen, im offenen, selbst gebauten Kompost dauert es zehn bis zwölf Monate, bis alles verrottet ist.

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Die Sendung mit der Maus: Biotonne

Quellenangabe: Autor

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