Office-Eye-Syndrom

Office-Eye-Syndrom | Computerarbeit schlecht für die Augen

Wenn der Bildschirm die Augen quält

Office-Eye-Syndrom – bis zu acht Stunden, zehn Stunden, manche Patienten geben sogar an, dass sie bis zu zwölf Stunden täglich auf Bildschirme starren, berichtet Oberarzt Dr. Nikolaus Luft von der Universitäts-Augenklinik der LMU München. Und egal ob Arbeits-Computer, Smartphone, oder Tablet – die stundenlange Bildschirmarbeit lässt unsere Augen quasi erstarren.

„Diese Belastungen fürs Auge sind ganz enorm. Die Lidschlussfrequenz, die normalerweise circa zwölf bis 15 pro Minute beträgt, kann bei sehr konzentrierten visuellen Aufgaben, wie es zum Beispiel am Bildschirm erforderlich ist, ganz enorm absinken auf bis zu null bis vier Mal pro Minute.“ Dr. Nikolaus Luft, Oberarzt der Augenklinik der LMU München

Blinzeln als „Hygiene-Scheibenwischer“

Dabei sei Blinzeln das A und O unserer Augen-Hygiene, erklärt der Mediziner.

„Durch dieses seltene Blinzeln, diesen seltenen Lidschlag, kann man sich vorstellen, dass der Tränenfilm der normalerweise hier sehr ebenmäßig an der Augenoberfläche verteilt wird, sich sehr unregelmäßig verteilen kann. Das Oberlid, dass beim Lidschluss über das Auge drüberstreift, wirkt wie ein Scheibenwischer beim Auto. So, dass die Tränen sehr gleichmäßig verteilt werden. Wenn das nicht mehr mit dem Office-Eye-Syndrom der Fall ist, dann wird es an der Augenoberfläche – hier im Speziellen an der Hornhaut – gewisse Stellen geben, die sehr austrocknen.“ Dr. Nikolaus Luft, Oberarzt der Augenklinik der LMU München

Was hilft? Die 20-Regel gegen das Office-Eye-Syndrom

Die Folge das Office-Eye-Syndrom: Die Augen jucken, brennen, stechen. Was kann man gegen dieses unangenehme Gefühl tun?

„Ganz wesentlich ist beim Arbeiten am Bildschirm, Pausen einzulegen. Es gibt eine Regel, die nennt sich die 20-Regel. Die besagt, dass man nach spätestens 20 Minuten Bildschirm-Arbeit, 20 Sekunden Pause machen sollte, und für diese Zeit die Augen entweder schließen sollte oder sich 20 Fuß also 6 Meter vom Bildschirm entfernen sollte.“ Dr. Nikolaus Luft, Oberarzt der Augenklinik der LMU München

Außerdem empfiehlt der Augenarzt, den Arbeitsraum regelmäßig zu lüften und so die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

Volkserkrankung „trockenes Auge“

Das „trockene Auge“ ist eine Volkserkrankung. Rund 9 Millionen Deutsche sind betroffen. Mediziner nennen es deshalb auch das „Office-Eye-Syndrom“. Also das „Büro-Augen-Syndrom“. Gegen die Beschwerden helfen auch Augentropfen.

„Augentropfen, zum Ersatz der mangelhaften oder ungleich verteilten Tränenflüssigkeit, sind grundsätzlich rezeptfrei erhältlich. Man sollte, wenn man sich was Gutes aussuchen möchte, auf jeden Fall auf Konservierungsmittel verzichten, weil es sonst durch diese enthaltenen Konservierungsstoffe zu einer weiteren Entzündung oder Reizung der Augenoberfläche kommen kann.“ Dr. Nikolaus Luft, Oberarzt der Augenklinik der LMU München

Maßnahme: Eigenen Lebensstil überprüfen

Das „trockene Auge“ sei für die Gesundheit der Augen erstmal kein schwerwiegendes Problem, so Nikolaus Luft. Sondern vor allem einfach nur unangenehm.

Zum Augenarzt sollte mit seinen Beschwerden gehen, wer zum Beispiel Kontaktlinsen trägt. Denn dann kann das „trockene Auge“ zu Entzündungen führen und Infektionen begünstigen. Auch Medikamente können die Augen austrocknen, wie Anti-Allergie-Tabletten oder Hormone.

Um die eigenen Beschwerden zu lindern, sollte man darauf achten, was man seinen Augen im Alltag zumutet und dann Abhilfe schaffen. Anstatt stundenlang auf einen Bildschirm zu starren, den Blick auch mal schweifen lassen, damit sich die Augen erholen können.


Quellenangabe: Autor

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